U 2 Untersuchung
Die Untersuchung U 2 findet zwischen dem 3. und 10. Lebenstags des Neugeborenen statt. Sie wird vom Kinderarzt sehr gründlich durchgeführt, da sich manche Störungen erst einige Tage nach der Geburt zeigen. Im Einzelnen werden diese körperlichen Merkmale genauestens betrachtet: Die Atemfrequenz sollte 30 bis 50 Mal je Minute betragen und der Arzt wird die Lunge des Kindes ausgiebig abhören, um gegebenenfalls abnormale Atemgeräusche aufzuspüren. Zudem beobachtet er während der Untersuchung, ob sich das Gesicht des Kindes währenddessen verfärbt. Er überprüft außerdem die Herzfrequenz, welche 100 bis 140 Mal pro Minute erfolgen sollte. Der Arzt wird es in Form von besonderen Herzgeräuschen wahrnehmen, wenn zusätzliche Blutverbindungen, die während der Schwangerschaft notwendig waren, sich innerhalb der ersten Stunden bis Tage nicht verschließen. Es findet weiterhin eine Beurteilung der Beschaffenheit und Farbe der Haut statt. Durch die so genannte Blutmauserung nach der Geburt – einem normalen Vorgang – kann Gelbsucht entstehen, die durch das Bilirubin in der Haut ausgelöst wird. Sie kann verlängert, verfrüht und verstärkt auftreten und bedarf möglicherweise einer Behandlung. Die Blässe eines Babys bzw. bläuliche Hautverfärbungen könnten Hinweise auf Herzfehler, Blutarmut oder einen Infekt sein, wohingegen Pigmentstörungen meist zunächst abgewartet werden können. Hinsichtlich Bauch und Geschlechtsorganen erfragt der Arzt das Absetzen des Kindspechs (erster Stuhlgang) und die Nahrungsaufnahme ohne Schluckstörungen und ungewöhnlichem Erbrechen, welche die normale Durchgängigkeit des Magen-/Darmtraktes bekräftigen. Eine Vergrößerung von Leber oder Milz des Kindes, können auf Infektionen während der Schwangerschaft hindeuten. Der Urin des Säuglings ist anfangs noch hell und wenig konzentriert und wird im Laufe der Wochen dunkler und geruchsintensiver. Außerdem prüft der Arzt, ob ein Nabel- oder Leistenbruch vorliegt, beurteilt die Lage der Hoden, welche sich nicht im Leistenkanal befinden dürfen bzw. untersucht die Scheide und die kleinen und großen Schamlippen nach Fehlbildungen und überzeugt sich schließlich von der Funktionsfähigkeit des Afters. Der Kopfumfang des Babys gibt Rückschlüsse auf das Wachstum des Gehirns. Es wird kontrolliert, ob die Schädelnähte noch geöffnet und die Fontanellen noch weit genug unverschlossen sind. Der Kinderarzt überprüft auch die Wirbelsäule, die Spannung der Muskulatur und die Symmetrie der Gliedmaßen. Gegebenenfalls wird jetzt oder bei der U 3 der Hüftgelenksultraschall durchgeführt, um zur Beurteilung einer Hüftdysplasie zu dienen. Geprüft werden auch die Schlüsselbeine auf Brüche, die eventuell bei einer schweren Geburt entstanden sind. Bei jeder Untersuchung werden auch die Reflexe getestet – denn bestimmte Reaktionen des Körpers müssen vorhanden sein. Zur Einschätzung des kindlichen Stoffwechsels, wird dem Neugeborenen an seinem fünften Lebenstag Blut aus der Ferse entnommen. Guthrie- und TSH-Test sind Untersuchungen auf Stoffwechselerkrankungen, die bei Früherkennung gut therapiert werden können.
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